Feldatal

Fachwerkkirche Zeilbach

Fachwerkkirche Zeilbach

Eine Kostbarkeit unter den Vogelsberger Fachwerkkirchen ist das kleine Gotteshaus in Zeilbach. Es gehört zu den ältesten Fachwerkkirchen im Gebiet. Die Inschrift über dem Eingang gibt Auskunft über das Entstehungsjahr: ZIMMERMEISTER ALS IOST WEIZEL ANDREAS DIEL AO 1668 – Darunter: ANNO - OGOTT DIE BESE ROTT ZERSTOER – VND SCHVTZ VNS BEI DER REINE LEHR. Es ist eine Besonderheit, dass bei solch alten Fachwerkkirchen die Namen der ausführenden Zimmermeister überliefert sind.
Wenn man zum ersten Mal die Kirche betritt, ist man einerseits von der Farbigkeit und Vielfalt des Innenraums überrascht, zum anderen aber auch erstaunt von der Weite, die ein solch kleiner Raum vermitteln kann. Das mag an den Fensterflächen liegen, die viel Licht herein lassen, noch mehr aber an der im Verhältnis zum kleinen Grundriss doch recht großen Höhe des Raums.

Eine kräftige Mittelsäule im Schiff trägt den Längsunterzug. Hinter ihr ruht auf zwei hohen Vierkantstützen ein großer Chorbogen, der von einem Querbalken mit darauf stehender Brettdockenreihe überdeckt wird. Durch die Kreuzung mit dem Längsunterzug wird die Kirchendecke in vier Felder gegliedert, in denen Stuckmedaillons mit Pelikan, Adler und Fruchtbündeln den Blick auf sich ziehen. Die dreiseitige Empore ist uneinheitlich und trägt über dem Eingang die Orgel. Auf den Emporenfeldern wurden im Jahr 1968 die Pflanzenmotive der Bauzeit unter mehreren Farbschichten freigelegt.
Der Altar ist einfach. Die Kanzel aus dem Jahr 1668 wirkt trotz ihrer geschnitzten Hermenpilaster an den Kanten nicht aufdringlich. Am Pfarrstand ist die Zahl 1777 zu lesen und wohl der Name eines Pfarrers: Johann Lasser Weitzel

Der kleine Rechteckbau mit Satteldach und außermittigem Dachreiter ist heute voll verschindelt. Eigentlich schade, denn die darunter befindlichen durchgehenden Fachwerkständer aus Eichenholz mit dazwischen liegenden fünf gleichmäßigen Riegelzonen sind ein ausgezeichnetes Beispiel für den Vogelsberger Fachwerkbau.