Feldatal

Fachwerkkirche Kestrich

Fachwerkkirche Kestrich

In Kestrich stand im Mittelalter bereits eine Kapelle. Sie scheint im Laufe der Zeit verschwunden zu sein, denn später heißt es, dass im den Jahren 1772 und 1773 im Ort „wieder“ ein Gotteshaus erbaut wurde „zu Bequemlichkeit der alten und schwächlichen Leute, welche zur Mutterkirche (Windhausen) zu gehen ohnvermögend, sodann zu besserer Haltung des Gottesdienstes mit Bethstunden".
Die Einwohner hatten zum Neubau „ein fürstlich Jagdhaus zu Buchholz bey Romrod im Wald erkauft" und im Ort aufgestellt. Da das aber von der Größe her unzureichend war, „deßfallß nachhero andere Baumaterialien noch darzu herbeygeschaffet" – Baukosten: über 2.200 Gulden. - Die Innenausstattung der Kirche ist einfach; auffallend Rocaille-Bandwerk an den Gestühlswangen.

Das Fachwerkgebäude mit einem für die kleine Kirche überdimensioniert erscheinenden Turm steht heute noch in der Ortsmitte, dort, wo die beiden Bergbäche zusammenfließen und die Felda bilden. Eine Besonderheit und wahrscheinlich einmalig ist dieser Standort insoweit, als in direkter Nachbarschaft - nur eine Straßenbreite weiter - die jüdische Gemeinde Kestrich mit Synagoge, „Jirreschul“ und Lehrerwohnung ihr religiöses Zentrum hatte.