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Blumen und Blüten
Unwahrscheinlich reichhaltig ist die Vogelsberger Flora. Es gibt auch heute noch auf ganz versteckten Vogelsbergwiesen, unter Büschen, in den Wäldern die seltenen Pflanzen mit ihren eigenartigen Namen.
 
 
Viele geschützte Pflanzen
wachsen im Vogelsberg wie der Fleisch fressende Sonnentau, der Aronstab, die Pestwurz, scharlachrotes Knabenkraut (die Kuckucksblume), Frauenschuh und das Waldvögelein, Seidelbast, Wasserlilien und Teichrosen.
 
 
Löwenzahn färbt im Mai die Wiesen goldgelb
Löwenzahn färbt im Mai die Wiesen goldgelb, bevor wenig später mit den Margeriten und den kleinen Gänseblümchen weiß vorherrscht, aufgelockert mit den blauen Farbtupfen von Glockenblumen. Alles blüht, bis im Herbst die kleine rote Gewitterblume, die eigentlich Steinnelke heißt und die Herbstzeitlosen das Ende der Blütezeit ankündigen.
 
 
Volkstümliche Pflanzennamen I
Wie vielseitig der Volksmund von der Schriftsprache abweicht, findet man immer wieder in der dialektischen Ausdrucksweise der ländlichen Bevölkerung. Eigenartige Beobachtungen und teilweise auch Anlehnung an den Volksglauben lassen erkennen, wie verwurzelt die ländlichen Menschen mit ihrer Umgebung sind.
 
 
Volkstümliche Pflanzennamen II
Besonders volkstümliche Namen tragen die Ackerunkräuter. Hier entdeckt man den Ackerschachtelhalm, unter der Bezeichnung Fuchsschwanz oder auch Traubenrock. Das wilde Stiefmütterchen heißt Hoffartsblümchen, weil es sich trotz seiner Niedlichkeit mit seiner lieblichen Farbe geltend machen will. Dem breitblätterichen Huflattich gibt man den Namen Eselslatte. Der Name Fette Henne ist im Volksmund kaum bekannt. Dagegen kennt man dieses Unkraut als Knatschkraut oder Schätzcheskraut.
 
 
Volkstümliche Planzennamen III
Nun noch einige Sträuchernamen. Der Flieder trägt den Namen Nelke. Als Judendorn bezeichnet man den Strauch der Heckenrose. Deren Früchte, die Hagebutte, sind die Arschkitzel. Die Früchte des Weißdornes sind als Hainapfel bekannt. Der Name Haselnuss findet im Vogelsberger Sprachgebrauch eine umgekehrte Benennung als Nesshessel (Nusshasel). Der Spitzahorn, als Heistergewächs bekannt, trägt den Namen Masellen. Sein festes Holz wurde noch bis vor nicht allzu langer Zeit im Winter in der Heimarbeit - besonders in Köddingen - zu Wäscheklammern verarbeitet.
 
 
Das Irrkraut
Ein Kraut sollte man im Vogelsberg meiden. Es ist das Irrkraut. Tritt man darauf, so verliert man vollkommen die Orientierung und man erkennt auch niemand mehr.
Ein Mann hatte nach einem Besuch im Dorf ein solches berührt. Er erkannte nicht einmal mehr seinen Bruder, der ihm entgegenkam. Obwohl dieser ihm den richtigen Weg anzeigte, irrte er weiter in Wald und Feld herum. Müde ruhte er und streifte die Schuhe von den wund gelaufenen Füßen. Als er weiter wollte, verwechselte er den linken mit dem rechten Schuh, und schon war der Spuk vorbei.
 
© 2013 Gemeinde Feldatal - Gemeinde des Vogelsbergkreises