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Altes Handwerk im Vogelsberg
Wie Storndorf für die Besenbinder, Helpershain für die Schuhmacher, Rebgeshain für die Rechenmacher, Ober Ohmen für die Messer- und Gabelherstellung, so war Stumpertenrod für die Korbflechter, Köddingen für die Löffelschnitzer und das Schnitzen von Wäscheklammern und Groß Felda in früheren Jahren für die Nagelschmiede bekannt.
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Die Köddinger Löffelschnitzer
Etliche Familien in Köddingen betrieben die Schnitzerei durch Generationen. Außer Löffeln wurden auch andere Küchengeräte geschnitzt, doch hatte der Löffel bei weitem den Vorzug. Zum Schnitzen wurde Ahorn benutzt, wegen der besonderen Weichheit und hellen Farbe des Holzes. Zum Schnitzen von Salatbestecken gab man dem Kirschholz wegen der gefälligen braunen Färbung Vorrang. Es wurde Wert darauf gelegt, aus dem Holz möglichst viele Gegenstände herauszubringen, deshalb erbaten sich die Schnitzer bei der Forstbehörde die Erlaubnis, sich das Holz aussuchen zu dürfen.
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Korbmacher von Stumpertenrod
Die Ausübung des Gewerbes unterschied sich gegenüber den Löffelschnitzern dadurch, dass die Arbeit in den Häusern der Kundschaft ausgeübt wurde. Die Weiden, das Material zur Herstellung der Körbe, wurde von den Bauern gestellt. Als Heistergewächs, das wasserhaltigen Boden bevorzugt, wachsen die Weiden meist an Bachläufen. Drei Arten sind bekannt: Die Salweide, auch Weizenweide genannt, weil ihre Schnittreife bereits mit der Weizenernte beginnt, die Grauweide und die Brachweide, die beide im Spätherbst geschnitten werden. Die besten Eigenschaften zum Flechten besaß die Salweide, die an Länge, an Dünnholz und Geschmeidigkeit die anderen Arten weit übertraf.
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Nagelschmiede in Groß-Felda
Noch bis kurz vor dem Krieg 1914/18 gab es in Groß-Felda etwa 30 Nagelschmieden. Meist waren es Ein-Mann-Betriebe, in einigen Schmieden arbeiteten aber auch bis zu drei Personen., oft Brüder oder nächste Verwandte, die zusammenarbeiteten. Die räumlichen Verhältnisse waren oft sehr beengt. Es wird berichtet, dass früher täglich etwa 25 000 Nägel aus Groß-Felda herausgegangen seien. Das Eisen, das verarbeitet wurde, bestand aus Rollen, von denen dann Stäbe bis zu einer Länge von drei Metern abgetrennt wurden. Die Lieferung erfolgte durch Groß-Feldaer Geschäftsleute, ebenso die Lieferung von Kohlen.
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Die Schindelmacher
In einem der ältesten Reiseberichte über den Vogelsberg wird verwundert berichtet, dass dort oben die Häuser mit Brettern zugenagelt sind. Mit dem Werkstoff ‚Schindeln’ war der Autor wohl nicht vertraut, mit den kleinen etwa 8 cm breiten und 20 cm langen Brettchen, die an der abgerundeten Seite 1 cm stark sind und zur Gegenseite hin auf 1 mm auslaufen. Nach dem ‚Vorbild der Tannezapfen’ sind viele Fachwerkhäuser im Vogelsberg mit solchen Brettchen, etwa 200 Stück je Quadratmeter, verschindelt – oft nur an den Wetterseiten, wie fast allen alten Häusern im Feldatal zu sehen ist.
‚Schindelmachen’ war Winterarbeit in den meisten Bauernhöfen des Vogelsbergs. Diese Art Handarbeit ist heute ausgestorben. Nur noch vereinzelt werden die kleinen Brettchen maschinell hergestellt. Dabei hat sich die ursprüngliche Schindelform im Laufe der Zeit verändert. Nutzte man früher Eichenholz, so wird als Material heute fast ausschließlich Buchenholz verarbeitet. |
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Huf- und Wagenschmiede
Wenn man früher bei Sonnenaufgang durch die Dorfstraßen ging, hörte man schon von weitem das Klingen der schweren Eisenhämmer auf den Ambossen der Dorfschmiede. Durch die Technisierung ist dieses Gewerbe fast vollständig aus den Dörfern verschwunden. Der Huf- und Wagenschmiedeberuf war einst einer der wichtigsten Berufe in unserer Gemeinde, denn die Pferde mussten einen ordnungsmäßigen Beschlag gerade in dem bergigen Gelände haben.
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