Korbmacher von Stumpertenrod
Die Ausübung des Gewerbes unterschied sich gegenüber den Löffelschnitzern dadurch, dass die Arbeit in den Häusern der Kundschaft ausgeübt wurde. Die Weiden, das Material zur Herstellung der Körbe, wurde von den Bauern gestellt. Als Heistergewächs, das wasserhaltigen Boden bevorzugt, wachsen die Weiden meist an Bachläufen. Drei Arten sind bekannt: Die Salweide, auch Weizenweide genannt, weil ihre Schnittreife bereits mit der Weizenernte beginnt, die Grauweide und die Brachweide, die beide im Spätherbst geschnitten werden. Die besten Eigenschaften zum Flechten besaß die Salweide, die an Länge, an Dünnholz und Geschmeidigkeit die anderen Arten weit übertraf.
Zunächst sortierte der Korbmacher die Weiden. Zur Weichmachung wurden die gebündelten Weiden im kochenden Wasser gebrüht. Zur Herstellung dauerhafter Körbe wurden solche Weiden verwendet, deren Schnitt bereits vor Jahresfrist stattgefunden hatte. Das Abbrühen stellte die Geschmeidigkeit wieder her. Körbe aus frisch geschnittenen Weiden hatten durch das Eintrocknen keine lange Gebrauchsdauer. Die Körbe fanden Verwendung zum Einlesen und Tragen der Hackfrüchte, daher der Name „Kartoffelkorb". Zur Herstellung von weißen oder bunten Waschkörben gehörte das Abschaben der Rinde. Hierzu konnte nur die Salweide benutzt werden. Ein solcher Korb gehörte als „Brautkorb" unbedingt auf den „Rumpelwagen", der Heiratsgut und Haushaltsgegenstände nach auswärts heiratender Kinder in deren neue Familie brachte. Heute sind die Weidenkörbe abgelöst durch Draht- und mehr noch durch Plastikkörbe.